Sachbuch · in Vorbereitung erscheint ⟨2027⟩

Gezählt. Gewogen. Verwertet.

Die Herde schließt das Gatter selbst, weil die Weide grün und saftig ist. Seit fünftausend Jahren wird der Mensch als Bestand geführt, erst auf Tontafeln, heute in Datenbanken. Nur einen Hirten gibt es nicht. Und genau deshalb funktioniert es. Der Newsletter dazu: ein Gedanke pro Monat. Belegt. Von Lukas Imhof.

um 3000 v.u.Z.
Die Tontafel
Gerste, gezählt
seit 1600
Die Aktie
Anteil, gehandelt
heute
Das Abo
Nutzung, gemietet
morgen
Der Token
Bedingung, programmiert
01Das Buch
Arbeitscover: Die vermessene Herde, dunkler Messrahmen mit verstreuten Punkten
Arbeitscover. Die endgültige Gestaltung entsteht im Verlag.

Eine einzige Linie, fünftausend Jahre lang.

In Vorbereitung 19 Kapitel · 19 Thesen Erscheint voraussichtlich ⟨2027⟩

Das älteste überlieferte Schriftstück der Menschheit ist eine Quittung über Gerste. Von dort zieht „Die vermessene Herde" eine durchgehende Linie bis zu Abo-Ökonomie, Überwachungswerbung, digitaler Identität und der Tokenisierung von Eigentum.

Keine Verschwörung, sondern Struktur.

Die These lautet nicht, dass jemand einen Plan hat. Sie lautet: Die Werkzeuge, mit denen man einen Viehbestand verwaltet, und die, mit denen man eine Bevölkerung verwaltet, sind dieselben. Und sie werden immer wirksamer, ohne dass jemand sie befehlen muss. Kein Wutbuch. Ein Aufklärungsbuch, für Leser, die spüren, dass etwas nicht stimmt, lange bevor sie sagen könnten, was.

Dieses Buch verärgert beide Lager: Wer den geheimen Plan sucht, bekommt eine Struktur, die keinen braucht. Wer in Ruhe weitergrasen will, bekommt die Quittung: mit Werk, Jahr und Aktenzeichen. Und der Anhang zeigt, welche Thesen der eigenen Prüfung nicht standhielten.

02Leseprobe
Aus dem ersten Kapitel

Der erste Mensch, dessen Name überliefert ist, war kein König. Kein Prophet, kein Feldherr, kein Dichter. Er war Buchhalter.

Sein Name steht auf Tontafeln aus dem südlichen Mesopotamien, gebrannt vor rund fünftausend Jahren, kaum größer als eine Handfläche. Eine davon verzeichnet eine Menge Gerste und einen Zeitraum von siebenunddreißig Monaten. Darunter zwei Zeichen, die man Kushim liest.

Kein Gedicht. Kein Gebet. Eine Quittung.

Die Menschheit hat das Schreiben nicht erfunden, um ihre Träume festzuhalten. Sie hat es erfunden, um Bestände zu zählen. Bevor der erste Mensch aufschrieb, dass er liebt, schrieb ein anderer auf, wie viel Gerste im Speicher liegt. Und wer sie schuldet.

Weiter geht es im Zählwerk Der vollständige Essay ist Ausgabe № 01 des Newsletters. Wer abonniert, bekommt sie als Erstes ins Postfach.
Sätze aus dem Buch
Das Versprechen
„Traut mir kein Wort.
Traut den Quellen."
03Der Newsletter

Zählwerk: der Newsletter zum Buch.

Während das Buch seinen Weg zum Verlag geht, erscheint hier jeden Monat ein Stück davon: ein heutiges Phänomen, zurückgeführt auf sein uraltes Muster. Kurz genug für eine Kaffeepause und belegt bis in die Fußnote.

  • 01Ein Gedanke pro Ausgabe. Von der Tontafel zum Token, ein Muster nach dem anderen.
  • 02Traut mir kein Wort, traut den Quellen. Jede Behauptung mit Beleg oder als Vermutung markiert.
  • 03Die Streichliste. Ich zeige dir auch, was ich verworfen habe. Wer seine Fehler offenlegt, hat weniger zu verstecken.
  • 04Empfehlen wird belohnt. Wer drei neue Leser bringt, erhält bei Erscheinen ein signiertes Taschenbuch von „Die vermessene Herde". Limitiert auf 100 Exemplare.

Jetzt abonnieren

Kostenlos. Monatlich. Jederzeit abbestellbar.

Wer drei neue Leser gewinnt, bekommt bei Erscheinen ein signiertes Taschenbuch geschenkt. Limitiert auf 100 Exemplare.

04Kommende Ausgaben
№ 01
Der erste überlieferte Name gehört einem Buchhalter
Warum am Anfang der Schrift keine Idee steht, sondern eine Inventarliste.
Erschienen
№ 02
Dein Abo ist der Zehnt
Die Abo-Ökonomie als feudale Urform: wiederkehrende Abgabe für Nutzung ohne Eigentum.
Erschienen
№ 03
„You'll own nothing"
Der meistzitierte Satz des Themenfelds und was wirklich geschah.
Erschienen
№ 04
Der neue Hirte: die eine Antwort
Bei zehn Treffern sieht man, dass ausgewählt wurde. Bei einer Antwort nicht.
Geplant
№ 05
Fünf Prozent
Wie eine Minderheit eine Herde lenkt, ohne dass jemand führt.
Geplant
№ 06
Das digitale Halfter
Identität, Geld, Zugang. Und „freiwillig" als Zustand mit Verfallsdatum.
Geplant
№ 07
Follow the Money → eine Rechenvorschrift
Ganz oben kein Halter, sondern ein Algorithmus, an dem Millionen Renten hängen.
Geplant
05Fragen
Ist das nicht Verschwörungstheorie? +
Das Gegenteil. Es gibt keinen Halter und keine geheime Sitzung. Es gibt Anreize, die auch ohne Absicht wirken: eine Struktur, keine Verschwörung. Jede Tatsachenbehauptung steht mit Quelle da; wo etwas nur plausibel ist, steht das dabei. Und wer beim Lesen auf den Bösewicht wartet, wird enttäuscht. Er sollte sich fragen, ob das nicht schlimmer ist.
Was hat das mit einem Film von 1999 zu tun? +
Das Buch beginnt dort: ein Wohnzimmer, ein Abend, an dem alle über die Effekte redeten und keiner über die Szene, in der Menschen nicht mehr geboren, sondern gezogen werden. Als Bestand. Der Film zieht sich als Motiv durch alle Kapitel, als die genaueste Beschreibung, die die Popkultur je von diesem Geschäftsmodell geliefert hat.
Was kostet der Newsletter? +
Nichts. Er erscheint monatlich, dauert etwa fünf Minuten, und du kannst dich jederzeit mit einem Klick wieder abmelden.
Wann erscheint das Buch? +
„Die vermessene Herde" ist in Vorbereitung; ein Erscheinungstermin steht noch nicht fest. Abonnenten des Newsletters erfahren als Erste, wann und wo es herauskommt.
06Über
Porträt von Lukas Imhof

Lukas Imhof

Master of Advanced Studies in Digital Communications, FHNW

Meine Arbeit besteht darin, dass Botschaften ankommen: CEO eines Schweizer Tech-Startups, Kommunikationsberater, Fotograf, Texter. Davor und daneben immer Autodidakt, einer, der Dinge auseinandernimmt, bis er versteht, warum sie funktionieren. Als Fotograf habe ich früh gelernt, dass jedes Bild eine Auswahl ist: Der Ausschnitt entscheidet, was als Wirklichkeit gilt. Von genau dieser Mechanik handelt dieses Buch, nur dass niemand mehr auf den Auslöser drückt.

Sonst noch: Vater einer Tochter, Baujahr analog. Mit neunzehn habe ich die rote Pille übersehen; die Geschichte steht im Prolog. Seither stelle ich Fragen. Erst leise. Jetzt in Buchform.

Ich bin weder Soziologe noch Ökonom noch Historiker. Das ist keine Bescheidenheit, sondern die Bauanleitung dieses Projekts: Wer fachfremd ist, kann sich Behauptungen nicht leisten. Deshalb steht an jeder Aussage eine Quelle, und im Anhang steht eine Liste dessen, was meine eigene Prüfung nicht überstanden hat.

„Findet ihr einen Fehler, habt ihr getan, was die wenigsten tun: nachgeprüft statt geglaubt. Und genau davon handelt dieses Buch."